Funktionsmodul Anforderung Heizung

Anforderung Heizung

Grundschema:

EingangsvariableAusgangsvariable
Freigabe Anforderung HeizungStatus Anforderung = A (= Brennerfreigabe)
Anforderungstemperatur = T.anf
Abschalttemperatur = T.aus
Sollwert Anforderung = Min-Schwelle an T.anf
Sollwert Abschaltung = Max-Schwelle an T.aus

Einfache Funktionsbeschreibung:

Freigabe des Brenners A, wenn die Temperatur im Pufferspeicher oben (Anforderungstemperatur T.anf) unter den “Sollwert Anforderung” fällt (entspricht einer Min- Schwelle) und Abschaltung, wenn die Temperatur im unteren Speicherbereich (Abschalttemperatur T.aus) über den “Sollwert Abschaltung” (entspricht einer Max- Schwelle) steigt.

Besonderheiten:

  • Üblicherweise werden die Sollwerte für Anforderung und Abschaltung als Thermostatschwellen einstellbare Werte sein. Auch hier wurden beide Schwellen als Eingangsvariable definiert. Sollen sie Einstellwerte sein, genügt es, als “Quelle” Benutzer anzugeben, um im Menü der Funktion für den Benutzer als Funktionsparameter zu erscheinen.
  • Da die Ein- und Abschaltung über getrennte Schwellwerte und Sensoren erfolgt, besitzen beide Schwellen keine Hysterese. Dafür haben beide Schwellen eine addierbare Differenz zum einstellbaren Wert. Beispiel: T.anf.SOLL = 60°C, DIFF. EIN = 5.0 K
  • D.h. unterschreitet die Temperatur T.anf 65°C (= 60°C + 5 K) wird der Ausgang aktiv. Wird die Differenz auf Null gestellt, wirkt nur mehr die reine Solltemperatur.
  • Das Verfahren der Brenneranforderung über einen Sensor und Abschalten über einen anderen wird “Halteschaltung” genannt. Für eine Schaltfunktion mit getrennten Ein- und Ausschaltschwel-len auf nur einem Sensor ist die Eingangsvariable “ABSCHALTTEMPERATUR” auf Benutzer / unbenutzt zu stellen. Somit erhält die “ANFORDERUNGS-TEMP.” neben dem Schwellwert eine Ein- und Ausschaltdifferenz. Solltemperatur 1 + DIFF.EIN = Einschaltschwelle und Solltemperatur 1 + DIFF.AUS = Ausschaltschwelle
  • Über die “Sockeltemperatur” ist die Vorgabe einer Mindesttemperatur möglich. Unterschreiten T.anf oder T.aus diesen Wert, wird der Ausgang aktiv. Ein Wert > 30°C ist nur sinnvoll, wenn die Funktion für den gleitenden Kesselbetrieb eingesetzt wird. Die Sockeltemperatur ist nur über einer Anforderungstemperatur von 5°C wirksam.

Ökobetrieb:

ist durch “Unterdeckung” auf eine Zeitfläche bezogen. Der Unterdeckungsgrad bezieht sich immer auf 60 Minuten. Für eine Anforderungstemperatur von 50°C bedeutet eine Unterdeckung von 20%: An-forderung nach 30 Minuten unter 30°C oder nach einer Stunde unter 40°C (= 20%) oder nach zwei Stunden unter 45°C. Unter 30 Min. bleibt der Schwellwert gleich.

Formel: dT * dt = Unterdeckung * Sollwert Anforderungstemperatur = konstant

Beispiel: Anforderungstemp. = 50°C
Unterdeckung = 20% ⇒ 20% von 50°C = 10K
dt= 30min ⇒ dT= 20K
dt= 60min ⇒ dT= 10K
dt= 120min ⇒ dT= 5K
dt= 240 min ⇒ dT= 2,5K
dt= 480 min ⇒ dT= 1,25K
dt= 1440 min ⇒ dT= 0,42K

D.h. es wird eine Anforderung gestellt, wenn für 30 min die (Ist-)Anforderungstemperatur um 20K unter dem Sollwert liegt oder für 1440 min (=1Tag) die (Ist-)Anforderungstemperatur um 0,42K unter dem Sollwert liegt. Beim Unterschreiten der doppelten Unterdeckung * Sollwert Anforderungstemperatur (entspricht dem Wert bei 30 min.) wird die Kennlinie begrenzt. Ist die Differenz zwischen Sollwert Anforderung und dem Istwert der Anforderungstemperatur größer als die doppelte Unterdeckung * Sollwert Anforde-rungstemperatur wird der Brenner sofort gestartet (z.B. beim Umschalten des Heizkreises von Absenk- auf Normalbetrieb oder wenn eine Abschaltbedingung nicht mehr erfüllt ist und die Heizkreise wieder in Betrieb gehen).

In der Praxis werden weder die Anforderungstemperatur noch der Sollwert konstant sein. Die Diffe-renz zwischen den beiden Werten im zeitlichen Ablauf wird sich normalerweise immer vergrößern und daher ständig ein immer größeres Produkt aus dT*dt zum Summenregister hinzuaddiert und mit der Kennlinie verglichen. Es sei denn, die Heizkreise schalten zB.: vom Normalbetrieb in den Absenkbe-trieb, die Heizkreispumpe schaltet aufgrund einer Abschaltbedingung überhaupt aus udgl. In solchen Fällen erspart man sich aber die Energie, die der Brenner verbraucht hätte, wenn er sofort nach Unter-schreiten des Sollwertes angefordert worden wäre. Programmintern wird in einem gewissen zeitlichen Abstand der Unterschied zwischen dem Sollwert der Anforderung und dem Istwert der Anforderungs-temperatur aufsummiert. Ist diese Summe größer als das Produkt aus Unterdeckung * Sollwert Anfor-derungstemperatur bezogen auf eine Stunde, unter Berücksichtigung des sofortigen Einschaltens des Brenners bei Unterschreiten der doppelten Unterdeckung, wird der Brenner gestartet.

Gesamte Menüansicht:

DisplayausgabeErklärung
BEZ.: HZ-ANF.
FUNKTIONSSTATUS:
EINGANGSVARIABLE:
AUSGANGSVARIABLE:
ANFORDERUNGSTEMP:
T.anf.IST: 64.3 °Cmomentane Temperatur des Sensors T.anf
T.anf.SOLL: 60 °C(Einschalt-) Schwellwert an Sensor T.anf
DIFF.EIN: 5.0 K Einschaltdifferenz zu T.anf (ergibt hier 65°C)
ABSCHALTTEMPERATUR:
T.aus.IST: 44.3 °C momentane Temperatur des Sensors T.aus
T.aus.SOLL: 60 °C (Ausschalt-) Schwellwert an Sensor T.aus
DIFF.AUS: 1.0 K Ausschaltdifferenz zu T.aus (ergibt hier 61°C)
Sockeltemperatur: Brenneranforderung, wenn T.anf oder T.aus unter diesen Wert fallen (unabhängig. von T.anf.SOLL und Taus.SOLL)
T.anf.MIN: 20 °C
Mindestlaufzeit
Brenner: 90 Sek
OEKOBETRIEB:
Unterdeckung: 0 % kein Ökobetrieb

Häufigstes Beispiel:

Brenneranforderung, wenn der Pufferspeicher kälter ist als der errechnete Heiz-kreisvorlauf mit den Eingangsvariablen:

  • FREIGABE / Benutzer / EIN = die Funktion ist freigegeben
  • ANFORDERUNGSTEMP: = Quelle: / Eingang / Sensor Puffer oben
  • ABSCHALTTEMP.: = Quelle: / Benutzer / unbenutzt = nur ein Sensor wird verwendet
  • SOLLW. ANFORDERUNG: = Quelle: / HEIZKR. / VL.Solltemp. =VL.Soll ist Thermostatwert

Als Sollwert (als Thermostatschwelle) wurde also die errechnete Vorlauftemperatur der Funktion Heizkreis 1 angegeben. Diesen Wert vergleicht der Regler mit der (Anforderungs-) Temperatur Puffer oben samt einer Ein- und Ausschaltdifferenz. Somit wird der Brenner angefordert, wenn der Speicher kälter ist als die errechnete Vorlauftemperatur + DIFF.EIN und abgeschaltet, wenn der Speicher wär-mer ist als die Vorlauftemperatur + DIFF.AUS. Wird an Stelle des Speichersensors der Kesselfühler eingetragen, erhält man einen gleitenden Kesselbetrieb, für den zusätzlich eine Sockeltemperatur vorgegeben werden kann.

uvr1611/funktionen/anforderung_heizung.txt · Zuletzt geändert: 10/10/2011 08:50 (Externe Bearbeitung)
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